Voll emotional: Wut


Wut


Wut ist ein überaus starkes Gefühl. In der Chinesischen Medizin nennt man es aufsteigendes Leber-Yang. Das ist eine treffende Umschreibung für das Gewitter, das sich im unteren Bauchraum zusammen braut und dann langsam nach oben steigt. Dort angekommen kriegt man einen roten Kopf (Hitze = Yang) und es kann recht laut für die Umwelt werden.


Wütend zu sein ist allerdings wenig gesellschaftsfähig. Sie gilt als destruktiv und beängstigend.

Dabei ist Wut, durchaus ein produktives Gefühl.


Wut in allen Schattierungen entsteht, wenn meine Vorstellungen von innerer und äußerer Ordnung gestört werden. Da passieren Dinge, die ich so nicht möchte und die meinem Bild von der perfekten Umgebung, Situation, dem optimalen Leben nicht entsprechen.



Wenn ich jetzt meine Verärgerung unterdrücke, weil ich sie mir nicht gestatte oder die Umstände, die mich umgebenden Personen es nicht zulassen, dann kommt der Fluss meiner Energie vor allem im Bauchraum zum Erliegen.


Aber was kannst du denn dann machen?

Den Chef mitten im Meeting anzuschreien, weil der das von dir ausgearbeitete Projekt gecancelt hat? Das ist wohl nicht der optimale Weg.

Zunächst einmal gestatte dir, dass du darüber verärgert bist. Dann atme einige Male tief ein und aus, das regt den Fluss der Energie wieder an und entspannt dich.

Für das Entlassen aufgestauter Wut kannst du später die Übung „die Leber befrieden“ machen.


Wenn dann die erste Wut verraucht ist solltest du noch einmal gedanklich in die Situation zurück gehen. Versuche dabei möglichst neutral zu bleiben. Einfach nur über den Chef oder andere Übeltäter zu schimpfen bringt dich nicht weiter, im Gegenteil.

Dann bist du das Opfer, hast den einen oder anderen Schuldigen fest gemacht und kannst nur noch auf den Retter warten, der dich irgendwie befreit.

Da edle Ritter in glänzender Rüstung, auf weißen Rössern äußerst selten sind und waren kann es schon einmal länger dauern bis Hilfe naht.


Also, nochmals aufmerksam hingeschaut, gehört und gefühlt. Tritt gedanklich einen Schritt zurück und schau auch aus anderen Perspektiven nochmals genau bei dir hin.

Denn die Anderen kannst du nicht ändern.

Was genau hat dich so geärgert? Hast du eventuell schon ähnliche Situationen erlebt? Was waren deine Gefühle dabei? Gab es da Trigger auf die du immer wieder reagierst?

Gibt es da die Möglichkeit der Veränderung?

Eine Veränderung der Sichtweise, eine Auflösung der Trigger, eine Ablösung alter Narben und Verletzungen?


Nutze die Energie der Wut für diese Veränderungen.


Im nächsten Blog geht es um die Angst und ihren Nutzen.

In diesem Sinne: Neue Wege finden und ankommen im Leben.

Eure Andrea

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