Infektionen - aus Sicht der TCM


Infektionen - aus Sicht der TCM

Aus chinesischer Sicht dringen Pathogene, krankmachende Faktoren unterschiedlich weit in den Körper ein.

Hierbei handelt es sich um;

1. Wind, eine Umschreibung für Erkrankungen, die uns wie angeflogen treffen, also Tröpfcheninfektionen wie zum Beispiel Rhinoviren.

2. Kälte, hiermit ist zum einen die äußere Kälte gemeint, die unsere Abwehr schwächt, aber auch das innere Gefühl der Kälte, das häufig in der ersten Phase eines grippalen Infektes auftritt.

3. Hitze, zum einen die äußere Hitze, die den Körper schwächt (Hitzschlag), aber auch das Gefühl von innerer Hitze und Fieber.

4. Nässe, feuchte Lebensbedingungen (z.B. in klammen Wohnungen oder das Stehen im Wasser macht auf Dauer auch krank.

5. Trockenheit, entzieht dem Körper die Flüssigkeiten durch Verdunstung und wirkt sich ebenfalls negativ auf den Organismus aus.

Die hier nur sehr kurz beschriebenen äußeren Krankheitsfaktoren können auch in beliebigen Kombinationen auftreten, wie z.B. Wind-Kälte, Wind-Hitze oder Nässe-Kälte.


Die einzelnen Erreger treffen den Körper unterschiedlich schwer und tief. Am einfachsten kann man sich den Körper wie eine Wohnung vorstellen in die ein Einbrecher eingedrungen ist.

Ein typischer grippaler Infekt fällt zumeist in den Bereich Wind-Kälte, er wird über die Luft per Tröpfcheninfektion verbreitet und erzeugt im Anfang ein Kältegefühl im Körper. In diesem Fall steht der Einbrecher im Flur, hat die Haustür offen gelassen, wodurch alles auskühlt.

Hier hilft es ihn wieder durch die Tür hinaus zu befördern, auf den Körper übertragen wird der Körper durch stark erwärmende Arzneien (Ingwersud) oder heiße Bäder mittels Schwitzen ausgeschwemmt.


Verpasst man diese Phase, wandelt sich die Wind-Kälte in Wind-Hitze. Man bekommt Fieber oder fühlt sich zumindest fiebrig.

Hier steht der Einbrecher in der Küche. Jetzt die Wohnungstür zu öffnen und den Flur zu kehren, sprich Wärmeanwendungen und Schwitzkuren machen wenig Sinn, da ich den Ganoven dort ja nicht erreichen kann.

Hier helfen kühlende Kräuter, die die innere Hitze reduzieren, im übertragenen Sinne stellen wir das Herdfeuer ab, der Dieb verhungert.


Gelangt der Dieb ins Wohnzimmer, also in die intimeren Wohnungsbereiche, der Erreger dringt in tiefere Körperschichten vor, so müssen wieder andere Mittel angewandt werden um ihn loszuwerden.

Auch hier wird der Infekt, z.B. Masern mit Fieber einher gehen, schwächt aber den Körper weit mehr als die vorhergehend beschriebene Variante.


Am schlimmsten trifft es uns, wenn der Erreger ins Innerste vordringt, der Ganove ins Schlafzimmer eindringt. Hier sind es extrem aggressive, lebensbedrohliche Erreger, die sofort den gesamten Organismus attackieren.

Ein extremes Beispiel hierfür ist wohl Ebola oder die Pest.


Der wohl ungewöhnlichste Fall ist jedoch, wenn der Dieb sich in der Vorratskammer versteckt. Manchmal kommt er heraus, macht Unsinn und verschwindet dann wieder. Dies beschreibt das Gefühl, wenn man nicht wirklich krank, aber auch nicht richtig gesund ist. Ein Beispiel hierfür könnte eine Herpesinfektion sein.


Behandelt wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin zumeist mit Kräutermischungen. Da sich der Befund, also die Schicht, in der sich das Pathogen befindet schnell ändern kann, die Teemischungen aber eine längere Lieferzeit haben, ist hier Therapie schwierig.


Antibiotika sind zunächst einmal ein Segen und haben schon viele Leben gerettet. Allerdings haben sie wie alles, was ihr in euren Körper bringt eine sehr spezifische Wirkung, die es bei der Behandlung zu berücksichtigen gilt.

Sie lassen im übertragenen Sinn einen Keil in der Eingangstür und öffnen somit dem nächsten Infekt die Tür. Dies erzeugt im Körperinneren eine Kälte, die das Nierenfeuer, die Kraftzentrale schwächt.

Dadurch entsteht bei schon vorgeschwächten Patienten ein Leerefeuer, eine unphysiologische Hitze, weil die Kühlflüssigkeit, das Yin nicht mehr produziert werden kann.

Nach notwendigen Antibiosen sollte auf jeden Fall der Körper regeneriert werden.


In diesem Sinne: Neue Wege finden und ankommen im Leben.

Eure Andrea

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