Haut-Sache



Manchmal könnten wir einfach aus der Haut fahren oder können gerade nicht aus unserer Haut.

Wir wollen nicht in der Haut von jemandem stecken, weil uns etwas besonders unter die Haut geht.

Eine ehrliche Haut sein und sich trotzdem auf die faule Haut legen wollen.

Sich seiner Haut wehren, die nackte Haut retten und mit heiler Haut davon kommen.


Und wenn wir mit Haut und Haaren dabei sind, dann können wir uns oft in unserer Haut wohlfühlen.


Unsere Haut ist unser größtes Organ. Sie bildet die Grenzen zwischen uns und der Umwelt.

Sie schützt uns vor schädlichen Einflüssen von außen und hält unser Inneres beisammen.

Sie dient der Temperaturreglung aber auch der Kommunikation mit unserem Gegenüber.


Chinesisch betrachtet bildet die Haut das Tai Yang, das extreme Außen.

Gedacht ist es als dünne Schicht, in der sich die Poren befinden. Darunter verlaufen Kanälchen in denen Yin (Körperflüssigkeiten), Yang (Wärmeenergie) und Abwehrenergie unter der Oberfläche verteilt werden.


Das Yin ist dabei sowohl die Trägersubstanz für das Yang und das Abwehrqi (ähnlich wie das Wasser in den Heizkörpern), das Yang ist die Umwälzpumpe und gleichzeitig die Wärme und das Abwehrqi ist eine Art Dichtmittel oder Ventil, das die Poren geschlossen hält und nur bei Bedarf öffnet.


Die Abwehrenergie hat weiterhin die Aufgabe die 5 äußeren Pathogene abzuwehren.

Diese sind Wind, Kälte, Nässe, Hitze und Trockenheit.

Diese äußeren Einflüsse können den Organismus schädigen und müssen deshalb fern gehalten werden.

Zum Tai Yang gehören nicht nur unsere Haut, sondern alle Oberflächen, also auch die Atemwege und der Verdauungstrakt.




Aber auch unsere Emotionen haben einen direkten Einfluss auf unser Hautbild.


Wir erröten bei Verlegenheit, werden aschfahl bei einem Schock oder tatsächlich grün vor Neid.

Nach schlaflosen Nächten haben wir Augenringe und auch das Leben selbst hinterlässt seine Spuren.


Die Haut ist also ein Kommunikationsmittel mit der Umwelt.


Wir fühlen uns von zarter, gesunder Haut magisch angezogen

Ist die Haut erkrankt und zeigt Rötungen, Veränderungen oder Entzündungen bleiben wir lieber auf Abstand, auf der anderen Seite halten wir aber auch die anderen von uns fern.


Die Akne bei Jugendlichen ist nicht nur ein hormonelles Problem sondern auch ein Zeichen dafür, dass der Pubertierende sich in einem immensen inneren Zwiespalt befindet.

Auf der einen Seite möchte er sich abgrenzen von Eltern und der Welt der Erwachsenen, aber auch von seiner kindlichen Existenz.

Gleichzeitig versucht er aber dem Bild zu entsprechen, dass er von sich gemacht hat, seinen Idealvorstellungen, die zu erreichen aber oft nicht gelingt.

Das erzeugt eine innere Wut, die er aber oft nur über die Haut ausdrücken kann, er könnte eigentlich aus der Haut fahren. Und die Hitze der wütenden Energie entlädt sich durch die Entzündungen der Pickel.


Auf der anderen Seite wirken sich auch Empfindungen die uns durch die Haut übertragen werden auf unser Befinden aus.

Die zarte Berührung eines geliebten Menschen geht uns durch und durch. Die Wärme von Händen auf unserer Haut lässt emotionale Nähe entstehen.


Berührungen sind für unsere Gesundheit lebenswichtig, ohne körperliche und damit emotionale Nähe zu anderen Menschen werden wir krank.


Ich wünsche euch Berührungen, die unter die Haut gehen und die Seele erstrahlen lassen.


In diesem Sinne: Neue Wege finden und ankommen im Leben.

Eure Andrea

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